6. Der Effekt des Vorsorgescreenings auf Inzidenz und Mortalität

Die Auswirkungen des Zervixkarzinomscreenings auf Inzidenz und Mortalität sind schwierig zu erfassen und zu interpretieren, da keine randomisierten Studien aus der Zeit vor der Einführung des Screenings existieren. Obwohl sich der Pap-Abstrich in einigen Ländern bereits seit mehr als 50 Jahren hält, gibt es durchaus Kritikpunkte wie schlechte dezentrale Organisation des Screenings in der Vergangenheit bzw. aktuell noch immer bestehende opportunistische Vorsorgesysteme, die nicht zeitgemäß adaptiert wurden obwohl sich das Risiko für die Krebsentstehung und dessen Vorstufen bereits verändert hat.  

Auswirkungen der HPV high-risk Prävalenz auf die Zervixkarzinomrate

  • Nachdem die Prävalenz des Zervixkarzinoms und seiner Vorstufen von der Prävalenz mit HPV high-risk Stämmen abhängig ist, wird es im Laufe der nächsten Jahre zu Veränderungen in den unterschiedlichen Geburtskohorten kommen.
  • Der Effekt des Screenings kann also vor dem Hintergrund dieser veränderten Situation maskiert bzw. überschätzt werden.

 

Organisierte nationale Screeningprogramme

Nordische Staaten (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden)

The results were complicated by various factors (Figure 6.1):

  • Problems with cancer registration in early years
  • Spontaneous screening being carried out in addition to organised screening in all Nordic countries with the exception of Iceland
  • Different age ranges and screening intervals
  • Compliance with the programme in the five countries

Darüber hinaus sollte mitberücksichtigt werden, dass sich die Mortalität bei älteren Frauen, die nicht an der Vorsorge teilnahmen bereits gesenkt haben könnte und bei Frauen der Altersgruppe 20-29 in Finnland, Norwegen und Schweden erhöht haben könnte, auf diese These wird jedoch gesondert nochmals in diesem Kapitel eingegangen.

Seit Einführung des organisierten Screenings in den nordischen Ländern konnte die Mortalität jedenfalls auf unter 5 /100.000 Frauen gesenkt werden (Abbildung 6.2).

Abbildung 6.1. Tabelle I aus Lååra et al. 1987
Abbildung 6.2. Mortalität in den nordischen Ländern von 1958 bis 2000 (aus Arbyn et al. 2008)

 

Die Auswirkung eines organisierten Screenings am Beispiel UK (Vereinigtes Königreich)

In den 1970-er und 1980-er Jahren gab es im gesamten Vereinigten Königreich durchgehend Mortalitäts- und Inzidenzwerte von durchschnittlich ca. 4000 Erkrankungen und 2000 Toten pro Jahr – sogar mit einem leichten Anstieg der Zahlen gegen Ende der 1980-er Jahre (Abbildung 6.3).  Der offensichtlich fehlende Screeningeffekt in den 1970-er und 1980-er Jahren wurde jedoch nicht gleichermaßen über das gesamte Vereinigte Königreich verzeichnet: Aberdeen, Schottland ließ sich dank seines erfolgreichen Screeningsystems durchaus mit Finnland und Island vergleichen und wurde deshalb als Maßstab und Vorbild für das nachfolgend etablierte nationale Screeningprogramm herangezogen (Abbildung 6.4; Macgregor et al. 1985).

Das NHS Cervical Screening Programm wurde 1988 ins Leben gerufen: dabei wird mittels computergestütztem Einladungs- und Recallsystem die gesamte weibliche Bevölkerung zwischen 20-64 Jahren eingeladen, dies hat zu einem bedeutenden Effekt während des nachfolgenden Jahrzehnts geführt.

Abbildung 5.3. Inzidenz des Zervixkarzinoms  in England, 1975 bis 2011
Abbildung 5.4.  Ergebnisse eines erfolgreichen Screenings in Aberdeen (Macgregor et al. 1985)

 

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